Pressemitteilungen
2004

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Hallesches Studentenwerk publiziert rassistische Gedankengut
In seinem Jahreplaner publiziert das Studentenwerk frauen-, ausländer- und schwulenfeindliche Inhalte.


Jedes Jahr gibt das Studentenwerk am Anfang des Wintersemesters Jahresplaner an die Erstsemester aus. Das aktuelle Heft zum Wintersemester 2003/04 enthält den Kalender "Studentischer Wortschatz von A bis Z". Im Stile eines Fremdwörterbuches werden die einzelnen Begriffe erläutert.

Deutlich wird dabei, dass sich die aufgeführten Begriffe an dem Vokabular von Studentenverbindungen orientieren.

Ganz besonders auffällig sind die direkten Beleidigungen gegenüber Frauen. Die benutzten Begriffe reduzieren Frauen auf ihr äußeres Erscheinungsbild und ihre Sexualität. So wird mit dem Begriff "Miez" die "gemeinste Menschenklasse weiblichen Geschlechts" bezeichnet. Nach der Auffassung des Studentenwerkes gehören demnach Begriff wie Kümmeltürke, Wichs, Schwulitäten zum studentischen Wortschatz im Jahre 2004. Dies hier vom Studentenwerk benutzen Begriffe entsprechen einem rassistisch-sexistischem Menschenbild. Besonders empörend ist, dass auf Nachfrage bei den Verantwortlichen keine Einsicht zu erkennen war. Aus diesem Grunde müssen wir annehmen, dass diese Begriffe zum üblichen Vokabular des Studentenwerkes gehören.

Die ag antifa wird in den kommenden Tagen das Gespräch mit dem Geschäftsführer des Studentenwerks Halle, Dr. Volkmar Thom, suchen. Wir fordern vom Studentenwerk Halle eine öffentliche Stellungnahme zu den Vorwürfen und hoffen, dass die richtigen Konsequenzen gezogen werden.


Mit freundlichen Grüßen
AG Antifaschismus/ Antirassismus
im Studierendenrat der MLU

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Palette bemüht sich um rechte Kundschaft II


Am 21.Mai 2004 plant die Tanzbar Palette ein Pagan/ Black Metal Konzert mit Bands aus Deutschland und den Niederlanden. Black Metal ist die extremste und umstrittenste Spielart des Heavy Metal. Bestimmend für Musik und Auftreten einschlägiger Bands sind neuheidnische Elemente. So wird das Konzert als „Oskorei-Festival“ angekündet, wobei Oskorei das germanisch-mystische Totenheer, von Odin oder anderen heidnischen Göttern angeführt, bezeichnet. Mit dem Glauben an die nordische Götterwelt samt ihrer Naturmystik verbindet sich die Ablehnung der christlichen Ethik. Mit dieser „widernatürlichen“ Maskierung werde, so die Lesart dieser Szene, in die Ausleseprinzipien der Natur eingegriffen. Dieser Sozialdarwinismus richtet sich besonders gegen Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle, weiterhin wird auf eine vermeintlich naturgegebene Ordnung der Geschlechter verwiesen. Das damit verbundene Germanenbild ist kein wissenschaftliches, sondern basiert auf den rassistischen und antisemitischen Konstruktionen der Nationalsozialisten und deren ideengeschichtlichen Vorgängern. Von hier ist es nur ein kleiner Schritt zur Begeisterung für die Stilisierung von Körperlichkeit und Natürlichkeit im Nationalsozialismus. So bildet die Band ORLOG in ihren Booklets Skulpturen von Josef Thorak ab, neben Arno Breker der wichtigste Vertreter der Monumentalästhetik des Dritten Reichs.

Weiterhin angekündigt sind die Bands GRIM, HAROC, HEIDEVOLK und TRUDVANGER. Das Publikum solcher Veranstaltungen bewegt sich getreu zum ideologischen Angebot im Fahrwasser zwischen Neuheidentum und Nationalsozialismus. Kultfiguren der Szene sind z.B. der wegen Mordes und Brandstiftung verurteilte Schwede Varg Vikernes und der wegen Totschlags verurteilte Sänger der thüringischen Band ABSURD, Hendrik Möbus.

Organisiert wird das Konzert durch Uwe Nolte. Dieser hat bereits Ende 2003 am gleichen Ort ein Konzert neuheidnisch inspirierter Dark Wave Bands veranstaltet. Damit finden innerhalb weniger Monate Bands und Publikum des rechten Randes ihrer jeweiligen Szenen einen öffentlichen Raum in einem der bekanntesten Veranstaltungsorte der Stadt.

Die Verbindung kultureller Angebote mit antidemokratischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten ist eines der wesentlichen Elemente rechtsextremer Jugendkultur. Daraus resultiert unsere Forderung, rechten Bands keinerlei Forum zur Verfügung zu stellen.

Wir bitten Sie um Kenntnisnahme und Veröffentlichung. Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

ag antifa/antira
im Studierendenrat der MLU Halle

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