Pressemitteilung
2005

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Rechtsextremistische Äußerung im Veranstaltungskalender nachlesbar

Genau 60 Jahre nach der Beendigung des Holocaust durch den Sieg der Alliierten über Deutschland verbreitet ein Veranstaltungskalender für Halle eine Naziposition. Was sonst nur am Stammtisch oder bei Familienfeiern geäußert wird, kann nun anscheinend in Medien veröffentlicht werden.

Was ist passiert?
In der Januarausgabe des Magazins „Fritz“ wurden auf Seite 22 einige Äußerungen bezüglich einer Befragung zum Thema Patriotismus unter der Fragestellung „Lieben Sie Deutschland?“ veröffentlicht. Die Meinung Cathleen Köllners wurde auch abgedruckt. Die 19-Jährige äußerte nicht nur Nationalstolz, sondern auch ihre Hitlerbegeisterung: „Man kann stolz auf Deutschland sein. Mann muss sich doch nur mal die Erfolge des letzten halben Jahrtausends betrachten. Und selbst jede negative Etappe hatte ihre Vorteile, so schaffte es Hitler den Ausländeranteil in den Keller zu drücken“.

Wahrscheinlich lohnt es nicht sich über eine einzelne Nazifrau aufzuregen, die besonders in Ostdeutschland in guter Gesinnungsgemeinschaft lebt. Doch ist es unbegreiflich, warum Inhalte, die eher in rechtsextremen Blättern zu finden sind, in einem kostenlosen Veranstaltungsmagazin abgedruckt werden. Auch wenn es eine Meinung ist, hat die Zeitschrift die presserechtliche Verantwortung für das gedruckte Wort. Es ist eine die Opfer des Holocaust verunglimpfende und rassistische Aussage, die auch ohne Kommentar seitens der Redaktion des Magazins veröffentlicht wurde. Das zeigt, dass die Redakteure keine Bedenken hatten, eine Nazimeinung wiederzugeben. Dies lässt nicht nur Rückschlüsse auf die Haltung der JournalistInnen zu, sondern kann auch fatal für die Zukunft sein, wenn es legitim wird, rechtsextreme Positionen unverblümt abzudrucken.

Wir fordern eine Stellungnahme der FRITZ.

Mit freundlichen Grüßen

ag antifa

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