Aktuell

Plakat zur Ausstellung 1948

8.-20. Oktober 2018
Juridicum, Universitätsplatz 5, Halle (Saale)

1948. Die Ausstellung

Vom 8. bis zum 20. Oktober 2018 zeigen die Jüdische Gemeinde Halle und die AG Antifa im Studierendenrat der Martin-Luther-Universität die Ausstellung 1948 im Juridicum. Die Ausstellung über die Staatsgründung Israels ist im Foyer der rechtswissenschaftlichen Bibliothek der Uni Halle zu sehen. Ausstellungseröffnung ist am 8. Oktober 2018, 18 Uhr, mit Max Privorozki von der Jüdischen Gemeinde und einem Vertreter der AG Antifa.

Zur Ausstellung: Israel wird gefeiert, bewundert – und diffamiert. Die propalästinensische Propaganda stellt Israels Gründung als historisches Unrecht dar. Fakten werden verfälscht, Zusammenhänge verzerrt. Der Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.) hat den 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels zum Anlass genommen, über ihre Geschichte aufzuklären. Die Ausstellung, entstanden nach intensivster Recherche, zeigt Dokumente, historische Fotos und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Sie sucht den historischen Kontext zu vermitteln, um ihn unbrauchbar für ideologisch vordergründige Überformungen und Propaganda zu machen.

8. Oktober, 18 Uhr: Ausstellungseröffnung


16. Oktober 2018, 19 Uhr
Melanchthonianum, Halle (Saale)

Darum Israel! Über die Notwendigkeit des jüdischen Staates.

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer und Alex Feuerherdt

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Antisemitische Parolen und Todesdrohungen auf israelfeindlicher Kundgebung in Halle +++ Polizei schreitet nicht ein

Während einer Kundgebung gegen den Jerusalem-Beschluss der amerikanischen Regierung sind am Samstag, den 16. Dezember 2017, in Halle zahlreiche antisemitische Äußerungen gefallen. In einem Videomitschnitt des Internetportals dubisthalle.de ist unter anderem zu hören, wie eine Sprecherin der Kundgebung behauptet, israelische Polizeihunde „fressen unsere Kinder“ (www.facebook.com/dubisthalle/videos/742015372665011, 19:30 min). Die Äußerung knüpft an die antisemitische Ritualmordlegende an, die seit dem Mittelalter im Umlauf ist und derzufolge es Juden auf das Blut nichtjüdischer Kinder abgesehen hätten. Das gleiche gilt für die ebenfalls skandierte Parole „Israel Kindermörder“.

Mit Sprechchören wie z.B. „Weg mit Israel“ negierten die Demonstrationsteilnehmer das Existenzrecht Israels. Zudem wurde auf der Kundgebung mehrfach die Shoa relativiert, als eine Sprecherin der Kundgebung behauptete, „ihr macht Holocaust in unserem Land“ (6:30 min) und von einem „neuen Holocaust in Palästina“ (3:30 min) sprach. Die Vernichtungswünsche der propalästinensischen Demonstranten formulierte die Rednerin unmissverständlich: „Das kleinste Kind von uns will euch töten" (12:30 min) und erntete dafür keine Kritik, sondern Applaus. Diese und andere Hassparolen waren direkt gegen die Teilnehmer einer Gegendemonstration gerichtet, die offensichtlich für Juden oder Israelis gehalten wurden. Die antisemitische Haltung wurde zudem durch das Tragen von Symbolen der Terrororganisation Hamas unterstrichen. Besonders übel stößt die Tatsache auf, dass für die antisemitische Propaganda sogar Kleinkinder instrumentalisiert wurden. Miriam Lopez, die Pressesprecherin der AG Antifa im Studierendenrat der Universität Halle, stellt fest: „Es handelt sich hierbei um die schlimmste antisemitische Demonstration der vergangenen Jahre in Halle.“

Neben den antisemitischen wurden auch islamistische Parolen wie „Allahu Akbar“ gerufen. Selbstmordattentäter wurden als Märtyrer („Shahid“) verherrlicht. Die Kundgebungsteilnehmer stammten nahezu ausschließlich aus muslimisch geprägten Ländern. Ein Großteil der Sprechchöre wurde auf arabisch gerufen. Die Kundgebungsteilnehmer fielen durch ihr aggressives Verhalten auf. Bereits auf der Straßenbahnfahrt zum Kundgebungsort bedrängten drei Teilnehmer der Demo eine vermeintliche Gegendemonstrantin. Ein Teilnehmer musste durch die Polizei von der Demonstration entfernt werden, nachdem er auf die Gegendemonstranten losgehen wollte. Von den antisemitischen Parolen und den Todesdrohungen wollen die anwesenden Polizisten allerdings nichts mitbekommen haben. Miriam Lopez erklärt deshalb: „Offensichtlich sind hallische Polizisten auch dann nicht in der Lage, Antisemitismus zu erkennen, wenn er ganz offen propagiert wird.“

Die Äußerungen der Kundgebungsteilnehmer stehen in einer Reihe mit weiteren antisemitischen Vorfällen der jüngeren Vergangenheit im gesamten Bundesgebiet, wie ein Wochenende zuvor am Brandenburger Tor. Im Aufruf zur Demonstration wurde der eigenen Klientel deshalb erklärt, dass keine Israelfahnen verbrannt werden dürfen. Der Versuch, den eigenen Antisemitismus den islamistischen Charakter der Veranstaltung zu kaschieren, ist jedoch deutlich fehlgeschlagen.

AG Antifa
18. Dezember 2017 
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Kontakt: agantifa@googlemail.com

 

Vergangene Veranstaltungen

 

 

AG Antifa (Hrsg.)
Gegen die deutsche Normalität – Interventionen hallischer Antifa-Gruppen (2000-2014)
In dieser Broschüre werden Texte hallischer Antifa-Gruppen aus den Jahren 2000 bis 2014 dokumentiert. Damit wird eine doppelte Zielstellung verfolgt: Zum einen wird die Vorgeschichte aktueller Diskussionen dargestellt, zum anderen soll gezeigt werden, dass der Irrsinn, der kritischen Antifaschisten auch heute noch aus den einschlägigen Parteizentralen, dem Kulturbetrieb, vom linken Stammtisch oder von der Straße entgegenschlägt, schon vor vielen Jahren seziert wurde. Möglicherweise kann damit ein kleiner Beitrag zur Herausbildung des historischen Bewusstseins geleistet werden, das der Linken fehlt.

Die Broschüre kann per E-Mail bestellt werden.


 

 

 

Aus aktuellem Anlass

Unter die aktuellen Studierendenproteste hat sich ein altbekannter Neonazi gemischt. Sven Liebich vertreibt Protestshirts, von deren Erlös angeblich Spenden an den Studierendenrat gehen würden. Dass Liebich alles andere als ein harmloser Klamottenverkäufer ist, ist in einem etwas älteren Beitrag im Antifaschistischen Rundbrief nachzulesen. Mehr auch zu seinen jetzigen Aktivitäten: Hosen runter – Antifa-Infoportal.

 


Aus aktuellem Anlass

Die AG Antifa ist es gewohnt, denunziert, aus der Anonymität heraus verleumdet und mit haltlosen Vorwürfen konfrontiert zu werden. Das bringt es mit sich, wenn man seit fünfzehn Jahren mit Informationsveranstaltungen, Flugblättern und Presseerklärungen gegen Neonazismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit anzugehen versucht. Relativ neu ist, dass diese Angriffe nicht von rechts sondern auch von links kommen. Dieses Novum dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich die AG Antifa keiner Partei oder Strömung verpflichtet fühlt, sondern antiaufklärerisches Denken auch dann kritisiert, wenn es von links kommt (weiter zur Selbstdarstellung). Wer das, wie jüngst geschehen, als „antideutsch“ bezeichnen will, kann das gern tun. Es waren in der Geschichte nie die Verkehrtesten, denen vorgeworfen wurde, „antideutsch“ zu sein: von Heinrich Heine über Kurt Tucholsky bis Thomas Mann und Bertolt Brecht. Dennoch bevorzugen wir andere Begriffe.

Wer sich über die Arbeit der AG Antifa informieren möchte, ist dazu eingeladen, unsere Veranstaltungen zu besuchen, das Buch zu lesen, das wir 2004 im Unrast-Verlag herausgegeben haben, oder ein persönliches Gespräch mit uns zu führen.

  Presseerklärung der AG Antifa vom 25. Oktober 2012
Eklat bei Veranstaltung der Muslimischen Hochschulgemeinde

Am 24. Oktober kam es im Rahmen einer Veranstaltung, die von der Muslimischen Hochschulgemeinde in den Räumlichkeiten der Universität Halle organisiert wurde, zu Drohungen und tätlichen Übergriffen. Besucher der beiden Vorträge, die unter dem Titel „Alle Menschen gleich – oder einige gleicher?“ stattfanden, wurden von einigen der Veranstalter antisemitisch beschimpft, bedroht und tätlich angegriffen. Sie hatten zuvor kritische Nachfragen gestellt. Zudem war es zu Konflikten um die Aufzeichnung der Veranstaltung gekommen. Die Bedrohungen endeten erst mit dem Eintreffen der Polizei.

Der Arbeitskreis Antifaschismus/Antirassismus im Studierendenrat der Universität Halle verurteilt vehement, dass die von der Muslimischen Hochschulgemeinde angekündigte offene Diskussion durch diese selbst verhindert wurde. Darüber hinaus ist es, wie ein Sprecher des Arbeitskreises erklärt, „unerträglich, dass eine Veranstaltung, die vorgeblich der Toleranz dienen soll, in Einschüchterungen, antisemitischen Beschimpfungen und tätlichen Angriffen mündet“.

    „Wir wollen deutsche, nur deutsche Studenten sein“
Es ist wieder so weit: Junge Männer, die sich mit eigenartigen bunten Bändern und Mützchen schmücken, haben sich auf dem Universitätsplatz versammelt. Wer glaubt, hier wirbt der studentische Karnevalsverein um neue Mitglieder, der muss sich eines Besseren belehren lassen. Die jungen Männer, die sich als Mitglieder einer „stu-dentischen Verbindung“ vorstellen, sprechen nicht von Kostümen, Funkenmariechen und Büttenreden, sondern vom „Lebensbundprinzip“, „Gemeinschaft“ und vor allem „Tradition“. Was es mit dieser „Tradition“ auf sich hat, von der sich keine studentische Verbindung distanzieren will, erläutert die AG Antifa.
Artikel zur Geschichte studentischer Verbindungen waehren der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus