Aus aktuellem Anlass

Die AG Antifa ist es gewohnt, denunziert, aus der Anonymität heraus verleumdet und mit haltlosen Vorwürfen konfrontiert zu werden. Das bringt es mit sich, wenn man seit fünfzehn Jahren mit Informationsveranstaltungen, Flugblättern und Presseerklärungen gegen Neonazismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit anzugehen versucht. Relativ neu ist, dass diese Angriffe nicht von rechts sondern auch von links kommen. Dieses Novum dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich die AG Antifa keiner Partei oder Strömung verpflichtet fühlt, sondern antiaufklärerisches Denken auch dann kritisiert, wenn es von links kommt (weiter zur Selbstdarstellung). Wer das, wie jüngst geschehen, als „antideutsch“ bezeichnen will, kann das gern tun. Es waren in der Geschichte nie die Verkehrtesten, denen vorgeworfen wurde, „antideutsch“ zu sein: von Heinrich Heine über Kurt Tucholsky bis Thomas Mann und Bertolt Brecht. Dennoch bevorzugen wir andere Begriffe.

Wer sich über die Arbeit der AG Antifa informieren möchte, ist dazu eingeladen, unsere Veranstaltungen zu besuchen, das Buch zu lesen, das wir 2004 im Unrast-Verlag herausgegeben haben, oder ein persönliches Gespräch mit uns zu führen.

 

Presseerklärung der AG Antifa vom 25. Oktober 2012
Eklat bei Veranstaltung der Muslimischen Hochschulgemeinde

Am 24. Oktober kam es im Rahmen einer Veranstaltung, die von der Muslimischen Hochschulgemeinde in den Räumlichkeiten der Universität Halle organisiert wurde, zu Drohungen und tätlichen Übergriffen. Besucher der beiden Vorträge, die unter dem Titel „Alle Menschen gleich – oder einige gleicher?“ stattfanden, wurden von einigen der Veranstalter antisemitisch beschimpft, bedroht und tätlich angegriffen. Sie hatten zuvor kritische Nachfragen gestellt. Zudem war es zu Konflikten um die Aufzeichnung der Veranstaltung gekommen. Die Bedrohungen endeten erst mit dem Eintreffen der Polizei.

Der Arbeitskreis Antifaschismus/Antirassismus im Studierendenrat der Universität Halle verurteilt vehement, dass die von der Muslimischen Hochschulgemeinde angekündigte offene Diskussion durch diese selbst verhindert wurde. Darüber hinaus ist es, wie ein Sprecher des Arbeitskreises erklärt, „unerträglich, dass eine Veranstaltung, die vorgeblich der Toleranz dienen soll, in Einschüchterungen, antisemitischen Beschimpfungen und tätlichen Angriffen mündet“.