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Mai 2022

Dokumentation der Vorträge und Reaktionen

2022-05-19T13:21:26+02:00Mai 16th, 2022|Allgemein, Archiv, Texte|

Die Bonjour Tristesse hat eine Sonderausgabe herausgebracht, in der die von uns organisierten Vorträge zum Transaktivismus dokumentiert wurden, zusammen mit Texten, die sich mit den Reaktionen darauf befassen. Bereits die Ankündigung der Vorträge hat die hiesigen Vertreter der darin kritisierten Szene in helle Aufregung versetzt. Es folgte ein bunter Blumenstrauß aus woken Floskeln, plumpen Lügen und Gewaltandrohungen, die gegen unsere Gruppe, die Referenten und die Besucher der Vorträge gerichtet waren. Schließlich brachte sogar eine linke Mehrheit einen Auflösungsantrag gegen den AK Antifa im StuRa Uni Halle ein. Der wurde zwar vorerst abgewendet, allerdings läuft derzeit ein sogenanntes Mediationsverfahren, das sich weiter mit den Vorwürfen befasst.
Wem daran gelegen ist, selbst nachzulesen, wie die Kritik der Referenten lautete, anstatt die schablonenhaften Halbwahrheiten zu übernehmen, die darüber im Umlauf sind, dem wünschen wir viel Spaß beim Lesen des Heftes.
Das Heft liegt an den bekannten Orten in Halle und Leipzig aus,
im PDF-Format findet ihr es hier: Download [PDF] Bonjour Tristesse 25/2022 


Inhalt der Sonderausgabe:

Februar 2022

Russland führt Krieg. Der neue Imperialismus.

2022-02-25T21:11:13+01:00Februar 25th, 2022|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion
 
Donnerstag, 3. März 2022, 19:00
Melanchthonianum, HS XX (Uniplatz Halle)
fb.me/e/1BQlq9vNe
 
Am Morgen des 24. Februar trat ein, was seit Wochen vorherzusehen war: Russland führt Krieg, Putins Truppen fielen in die Ukraine ein. Bei der Begründung dieser Aggression gab sich Moskau noch nicht einmal Mühe. Denn dass die russische Minderheit in der Ukraine von einem Genozid bedroht sei oder die Ukraine Russland angreifen wolle, wie im russischen Staatsfernsehen behauptet, glaubt man selbst im Kreml nicht. Im Westen brachte man Putin dagegen bei aller Kritik lange Zeit entweder Verständnis entgegen oder man bot ihm in völliger Verkennung der Dinge, um die es in diesem Konflikt geht, Zugeständnisse an. Da man sich nur bedingt mit den Traditionen und Funktionsweisen des modernen Russlands auseinandergesetzt hat, konnte man sich auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Moskau tatsächlich an einem Krieg gelegen ist. Umso aufgeregter und panischer reagiert man nun, wo die russischen Panzer längst in der Ukraine stehen.
Im Vortrag soll es um beides gehen. Es soll gezeigt werden, dass im neuen russischen Imperialismus drei Dynamiken aufeinandertreffen: Soziale Probleme, die imperialen Traditionen, die sich aus dem Zarenreich über die Zwischenkriegszeit und den Kalten Krieg ins 21. Jahrhundert verlängern, und ein ganz besonderes Verhältnis von politischer und ökonomischer Macht. Vor allem aber soll gezeigt werden, warum es derzeit neben dem Abzug der russischen Truppen nur eine Forderung geben kann: Waffen für die Ukraine!
 
Eine Veranstaltung der AG Antifa
antifa.uni-halle.de

 

November 2021

Presse

2021-12-10T11:59:03+01:00November 28th, 2021|Pressemitteilungen, Stellungnahmen|

Die Zeitungen FAZ, Jungle World und Junge Welt haben den Auflösungsantrag gegen uns thematisiert und Interviews über den Versuch, den Arbeitskreis Antifaschismus an der Uni Halle aufzulösen geführt:

 

 

20 years war on terror. Hat der Westen den Kampf verloren?

2021-11-25T12:03:17+01:00November 25th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion mit Sören Pünjer

Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19 Uhr
Melanchthonianum, Uniplatz Halle
https://fb.me/e/3GOOyoxEr

 
Zwanzig Jahre nach 9/11 sind die Taliban zurück an der Macht und es drängt sich die Frage auf, ob die Geschehnisse der letzten zwei Jahrzehnte für den Westen letztlich nur Teil eines selbstverschuldeten Nullsummenspiels namens War on Terror waren. Die Beantwortung dieser Frage setzt nicht nur voraus, den Unterschied zwischen der Operation Enduring Freedom und der Operation Iraqi Freedom zur Kenntnis zu nehmen. Sie setzt voraus, zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zum einen China als den antiwestlichen Global Player zu begreifen und zum anderen einer kulturell-hegemonialen antibürgerlichen Stimmung im Westen gewahr zu werden, die sich seit 9/11 immens verstärkt hat und die objektive Tendenz eines nicht mehr an sich selbst glaubenden Westens immens befördert.
Erst vor diesem Hintergrund lässt sich darüber befinden, wie es sein konnte, dass sich Afghanistan nach dem Sturz der Taliban 2001 ausgerechnet eine islamische Republik nennen konnte und sich niemand daran störte; ob es ohne den Sturz Saddam Husseins in der Folge von 9/11 überhaupt einen sogenannten Arabischen Frühling gegeben hätte; wie es sein kann, dass bitter nötiges Nation Building nicht nur in Afghanistan mit einem antinationalen Hass im Westen konfrontiert ist, der die Idee einer immer nur nationalstaatlich zu garantierenden Herrschaft des Rechts (Rule of Law) insbesondere dadurch bekämpft, dass die Flucht aus elenden Verhältnissen gen Westen zur einzig emanzipativen Tat moralisch hochgejubelt und der Einsatz für nationale Befreiung vor Ort als quasi-reaktionär verächtlich gemacht wird; ob die Taliban nicht Dhijadisten alten Typs und die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) nicht den eines längst bedrohlicheren neuen internationalistischen Typs verkörpern, der es derzeit insbesondere auf das Abschlachten der Christenheit in Subsahara-Afrika abgesehen hat.
 
Sören Pünjer ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.
 
Es gilt die 3G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht. 

Zu den Solidarisierungen mit uns

2021-11-28T12:16:34+01:00November 14th, 2021|Stellungnahmen|

Vor fünf Tagen wurde öffentlich, dass die Offene Linke Liste MLU, die Juso-Hochschulgruppe Halle/Saale und die GHG Grüne Hochschulgruppe Halle die AG Antifa in der morgigen Sturasitzung per Abstimmung auflösen möchten. Seitdem haben sich Gruppen, andere Stura-Arbeitskreise (AK Protest und AK Alternatives Vorlesungsverzeichnis), Hausprojekte, Initiativen und Einzelpersonen öffentlich gegen die Auflösung gestellt. Wir haben uns sehr über die zahlreichen Solidaritätsbekundungen gefreut und hoffen, dass die Argumente, die sie beinhalten, Gehör bei den Mitgliedern des StuRa Uni Halle finden. Unten eine Auswahl.
 

Wir freuen uns sehr über die breite Unterstützung, die wir aufgrund des Versuchs der Offenen Linken Liste, der Grünen Hochschulgruppe und der Juso-Hochschulgruppe der Uni Halle bekommen, die AG Antifa aufzulösen. Vielen Dank dafür, wir haben Unterstützung auch dringend nötig und hoffen auch weiter darauf.

Zugleich verstehen wir die große Empörung über den Verbotsantrag. Es ist von vielen unserer Unterstützer völlig zu Recht gesagt worden, dass die linke Mehrheit im Stura mit einem Verbot mehr für die Zerstörung antifaschistischer Strukturen in Halle tun würde, als es der gesamten Neonaziszene in den letzten 25 Jahren gelungen ist. Die AG Antifa ist ein Anlaufpunkt, ein Symbol und eine Institution, die für eine Kontinuität steht, die für antifaschistische Arbeit immens wichtig ist. Ohne zu übertreiben: Hunderte (vielleicht mehrere Tausend) Leute haben in den letzten Jahren die Vorträge, Diskussionsrunden und Konferenzen besucht; Dutzende das von der AG gemeinsam mit anderen in der Reilstraße organisierte Selbstverteidigungstraining durchlaufen. Es ist insofern nicht ganz falsch, wenn in den Kommentarspalten zu lesen ist, dass die Offene Linke Liste, die GHG und die Juso-Hochschulgruppe mit ihrem Verbotsantrag objektiv Anti-Antifa-Arbeit betreiben. Auf den einschlägigen Neonaziseiten im Internet wird darum tatsächlich schon gejubelt.

Und trotzdem: Die AG Antifa hat in ihren Veranstaltungen und Texten immer großen Wert auf begriffliche und kategoriale Klarheit gelegt und die Wichtigkeit politischer und historischer Unterscheidungsfähigkeit betont: Nur so kann dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend der Auflösung historischer Urteilskraft und des Alles-mit-allem-Gleichsetzens entgegengetreten werden. Deshalb – und selbst wenn es uns Unterstützung kosten sollte: Auch wenn OLLI, GHG und Juso-Hochschulgruppe objektiv Anti-Antifa-Arbeit betreiben, sind sie doch keine Anti-Antifas. Auch darum halten wir es für falsch, einzelne Personen aus ihren Reihen öffentlich besonders hervorzuheben, sich auf sie zu kaprizieren oder auch vermeintlich lustige Memes mit ihren Fotos im Internet zu verbreiten. Das gilt auch dann, wenn diese Personen einen besonders großen Anteil am Verbotsantrag haben (was wir nicht wissen) und die Fotos frei im Internet zugänglich sind. Wir halten tatsächliche und ironisierte Fahndungsplakate schon bei richtigen Anti-Antifa-Aktivisten mindestens für fragwürdig, in diesem Fall erst recht. Aus diesem Grund: Lasst das bitte, es ist in keiner Weise in unserem Sinn und steht gegen all das, wofür wir immer eingetreten sind. Auch wenn der Versuch, die AG Antifa zu verbieten, in jedweder Hinsicht katastrophal ist.

AG Antifa, 14.11.2021

 

 

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