November 2021

20 years war on terror. Hat der Westen den Kampf verloren?

2021-11-25T12:03:17+01:00November 25th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion mit Sören Pünjer

Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19 Uhr
Melanchthonianum, Uniplatz Halle
https://fb.me/e/3GOOyoxEr

 
Zwanzig Jahre nach 9/11 sind die Taliban zurück an der Macht und es drängt sich die Frage auf, ob die Geschehnisse der letzten zwei Jahrzehnte für den Westen letztlich nur Teil eines selbstverschuldeten Nullsummenspiels namens War on Terror waren. Die Beantwortung dieser Frage setzt nicht nur voraus, den Unterschied zwischen der Operation Enduring Freedom und der Operation Iraqi Freedom zur Kenntnis zu nehmen. Sie setzt voraus, zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zum einen China als den antiwestlichen Global Player zu begreifen und zum anderen einer kulturell-hegemonialen antibürgerlichen Stimmung im Westen gewahr zu werden, die sich seit 9/11 immens verstärkt hat und die objektive Tendenz eines nicht mehr an sich selbst glaubenden Westens immens befördert.
Erst vor diesem Hintergrund lässt sich darüber befinden, wie es sein konnte, dass sich Afghanistan nach dem Sturz der Taliban 2001 ausgerechnet eine islamische Republik nennen konnte und sich niemand daran störte; ob es ohne den Sturz Saddam Husseins in der Folge von 9/11 überhaupt einen sogenannten Arabischen Frühling gegeben hätte; wie es sein kann, dass bitter nötiges Nation Building nicht nur in Afghanistan mit einem antinationalen Hass im Westen konfrontiert ist, der die Idee einer immer nur nationalstaatlich zu garantierenden Herrschaft des Rechts (Rule of Law) insbesondere dadurch bekämpft, dass die Flucht aus elenden Verhältnissen gen Westen zur einzig emanzipativen Tat moralisch hochgejubelt und der Einsatz für nationale Befreiung vor Ort als quasi-reaktionär verächtlich gemacht wird; ob die Taliban nicht Dhijadisten alten Typs und die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) nicht den eines längst bedrohlicheren neuen internationalistischen Typs verkörpern, der es derzeit insbesondere auf das Abschlachten der Christenheit in Subsahara-Afrika abgesehen hat.
 
Sören Pünjer ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.
 
Es gilt die 3G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht. 

Oktober 2021

Kritik der politischen Ökonomie des heutigen Chinas. Ist das heutige China eine Ordnung neuen Typs?

2021-11-01T17:54:27+01:00Oktober 27th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis und Tim Lieblich

Donnerstag, 11. November 2021, 19:00
Löwengebäude (Uniplatz 11, Halle)

China gilt heute vielen Beobachtern als der große ökonomische Über-flieger. Das Wirtschaftswachstum dieses Landes ist in der Tat historisch beispielslos. Allerorts wird das „asiatische Zeitalter“ beschworen, dass bereits begonnen hätte oder zumindest unvermeidbar sei. Den einen erscheint das als große Chance für eine gerechte Ordnung, eine multipolare Welt ohne westliche Dominanz, eine, die wieder in Ordnung gekommen ist. Andere fürchten mit dem Aufstieg dieses Landes um Freiheit, Menschen-rechte, Individualität und Demokratie. Werden „wir alle Chinesen“ wird gefragt. Die Vormacht des Westens scheint vorbei zu sein, die Zukunft gehöre den Asiaten. Die Ver-anstaltung möchte die politisch-ökonomische Bedeutung des Auf-stiegs des fernöstlichen Staates vor dem Hintergrund seiner Geschichte ergründen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem maßgeblich von Karl Marx entwickelten Theorem asiatische Produktionsweise, durch das sich die chinesische Geschichte von der westlichen grundlegend unterscheidet – was sich bis in die heutige Zeit durchhält. Die heutige Volksrepublik erscheint sowohl als brutal-kapitalistisch als auch kom-munistisch und zugleich weder als das eine noch das andere. Entsteht hier neues System jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, eine Ordnung neuen Typs? Unklar sind seine Zukunftsaussichten. Vor allem ist zu fragen, ob im heutigen „Reich der Mitte“, wie das Land auch genannt wird, die Krisentendenz der in sich widersprüchlichen kapitalistischen Gesellschaft durch den Staat mittels digital geplanter Ökonomie und totaler Überwachung ausgeschaltet ist.

Die Referenten Martin Dornis und Tim Lieblich sind Mitglieder der Gruppe „Antideutsche Kommunisten Leipzig“.

Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Verwertung. Zum queertheoretischen Aktivismus.

2021-10-10T00:03:02+02:00Oktober 10th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortragsveranstaltung der AG Antifa

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 Uhr
Melanchthonianum, Uniplatz Halle

Etwa 0,3 bis 0,6 Prozent der Deutschen glauben, im falschen Körper geboren zu sein, 0,2 Prozent sind intergeschlechtlich. Trotz dieses vergleichsweise geringen Anteils an der Bevölkerung wird Trans- und Intersexualität eine große öffentliche Aufmerksamkeit entgegengebracht. Auch wenn die Diskriminierung nicht abgeschafft ist, gibt es große gesellschaftliche Erfolge: 2012 erklärte der Deutsche Ethikrat, dass Intersexualität im Sinn der gesellschaftlichen Vielfalt die Unterstützung und den Respekt der Mehrheitsgesellschaft erfahren sollte. Seit 2018 lässt das deutsche Personenstandsgesetz als sogenannte dritte Option die Bezeichnung „divers“ zu, die auch in Stellenausschreibungen benutzt werden muss. Selbst auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung, der zentralen Verlautbarungsinstanz der deutschen Staatsräson, wird erklärt, dass es „kulturelle Alternativen zur Zweigeschlechterordnung“ gebe. Bei der Unterstützung der – vollkommen richtigen – Forderung nach dem Ende der Diskriminierung wird jedoch oft übersehen, dass sich in der Queerszene der letzten Jahre Homophobie und Frauenfeindlichkeit ausgebreitet haben. Das gilt insbesondere für ihren „politisch aktiven“ Teil, der sich an der Queertheorie Judith Butlers orientiert. Diesen Phänomenen soll in der Veranstaltung nachgegangen werden: Welche Ursachen haben die Homophobie und der Antifeminismus in Teilen der Szene? Warum werden diese Entwicklungen öffentlich nur selten wahrgenommen? Und woher kommt die große Aufmerksamkeit, die Trans- und Intergeschlechtlichkeit öffentlich entgegengebracht wird? Im Rahmen von zwei Vorträgen werden Thesen vorgestellt, in denen sowohl über interne Bedürfnisse der Queerszene und theoretische Dynamiken gesprochen wird als auch über allgemeine Entwicklungen der warenproduzierenden Gesellschaft – und mit Projektionen, die nur bedingt mit realer Trans- und Intersexualität zu tun haben.      

Eine Veranstaltung der AG Antifa in Kooperation mit:
ALV – Alternatives Vorlesungsverzeichnis Uni Halle,
Antifaschistische Liste der Universität Halle,
Barra Brawu (VfL-Fans gegen Homophobie),
Bonjour Tristesse,
Bündnis gegen Antisemitismus Halle,
Feministische Gruppe in Gründung (Halle/Leipzig),
Feministischer Lesekreis Halle, Kellnerstraße e.V. (Ludwigstraße 37),
Materialien zur Aufklärung und Kritik,
No Tears For Krauts,
Offenes Antifa-Plenum (OAP) Halle,
VL – Die Kneipe    

Wichtig: Wegen des Hygienekonzepts der Uni gilt die 3-G-Regel.

Filmvorstellung und Vortrag zum Jahrestag des Anschlags in Halle

2021-10-11T22:18:22+02:00Oktober 8th, 2021|Ankündigungen|

Wir verweisen auf die morgige Veranstaltung des oap anlässlich des Jahrestages des Anschlags in Halle:

9. Oktober 2021, 21:00
August-Bebel-Platz, Halle

https://www.facebook.com/events/1213457149158586

  • Audiobeiträge zum Anschlag auf die Synagoge in Halle (AG Antifa)
  • Nachtrag zum 09.10.2021

    Die Jüdische Gemeinde Halle weist in einer Stellungnahme auf die politische Vereinnahmung des Anschlags von Halle (2019) hin:
    „Diese schreckliche menschliche Tragödie darf nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Dies wurde in unserer Stellungnahme gleich nach dem Anschlag ausdrücklich betont. Leider ist es auch zwei Jahre danach genauso aktuell: Organisationen, Vereine und Privatpersonen, die keinesfalls zu den Opfern dieses antisemitischen Attentats zählen, stellen Forderungen, kritisieren die Stadt und das Land, kurz gesagt – sie machen sich in der Bekämpfung vom Antisemitismus wichtig.“

    Auch die gestrige Kundgebung der »Initiative 9. Oktober, Migrant Voices Halle & Niemand wird Vergessen« nutzten einige teilnehmende Gruppen für ihre politischen Zwecke. So ging es in mehreren Redebeiträgen um den Widerstand gegen das NS-Regime, EU-Außengrenzen, die AfD, Sexismus, Rassismus und ab und an um Antisemitismus, der nur bei der Rechten erkannt wurde. Während jede Gruppe ihre eigenen Belange in den Vordergrund stellte, wurden gegenwärtig virulente Formen des Antisemitismus wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt. Von islamisch geprägtem Antisemitismus – auf den ein beträchtlicher Teil der antisemitischen Gewalttaten in Deutschland fällt – hat wenig überraschend keiner der Redner gesprochen.

    Zwei Jahre danach, Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Halle (09.10.2021): https://www.jghalle.de/wordpress/blog/2021/10/09/zwei-jahre-danach/

    Jüdische Gemeinde Halle zum antisemitischen Anschlag am Jom Kippur in Halle (11.10.2019): https://www.jghalle.de/wordpress/blog/2019/10/11/antisemitischer-anschlag-am-jom-kippur-in-halle/

    September 2021

    Austreibung der Natur. Zur Queer- und Transideologie der Gegenwart (Vorträge und Diskussion)

    2021-09-16T19:08:19+02:00September 10th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

    Vorträge und Diskussion mit Hannah Kassimi und Vojin Saša Vukadinović.

    Freitag 17. September 2021, 19:00
    im Garten des VL – Ludwigstraße 37, Halle/Saale

    Was 1991 mit der Übersetzung von Judith Butlers nach wie vor als bahnbrechend geltender Abhandlung „Gender Trouble“ zunächst die deutschsprachige Debatte an den Universitäten prägte und von dort in den Kulturbetrieb wanderte, hat sich 30 Jahre später zum staatlichen wie zum gesellschaftspolitischen Arbeitsauftrag fortentwickelt: die „Vervielfältigung“ geschlechtlicher Identitäten zur „Subversion“ der „heterosexuellen Matrix“. Als repressive Instanz scheint letztere im aktivistischen wie im bürokratischen Imaginären (unter etwas aktuelleren Begriffen) umso präsenter, je offensichtlicher die gleichgeschlechtliche Ehe, „m/d/w“-Vermerke in Stellenausschreibungen, sprachmagische Appelle zur angeblichen „Sichtbarmachung“ randständiger Minderheiten allerorts an das Gegenteil erinnern – während zugleich mit rassistischem Nachdruck Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Kinderehen, sittsamkeitsbedingte Vollverschleierung und Zwangsverheiratungen zur „Kultur“ der „Anderen“ verklärt werden. Daran zeigt sich bereits, dass Butlers vermeintlich großer theoretischer Wurf gerade deshalb in Deutschland so wirkmächtig werden konnte, weil sich diese Gedanken nicht kritisch, sondern affirmativ zur Wirklichkeit verhalten.
    Tatsächlich handelt es sich bei „Gender Trouble“ um ein Manifest akademisch aufbereiteter Biederkeit, um eine im Wortsinn lustlose Handreichung für das Gender-Spießertum, die es diesem erlaubt, einen „Ausschluss“ nach dem nächsten anzuprangern und dies bisweilen gar zum Geschäftsmodell zu machen. Indes prägt die Verlängerung von Butlers folgenreichstem Postulat, dass das biologische Geschlecht „konstruiert“ sei, heute nahezu jedes genderidentitätsideologische Postulat, jeden queertheoretischen Einfall und jede transaktivistische Forderung – mit fatalen Folgen vorrangig für Frauen, denn im Namen des „Fortschritts“ werden die feministischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte nun Schritt für Schritt angegangen.
    Vojin Saša Vukadinović und Hannah Kassimi, Herausgeber und Autorin des Sammelbands Zugzwänge (Querverlag 2020), der die vorgenannten Probleme am Beispiel der Ignoranz gegenüber LGBT-Flüchtlingen und deren Instrumentalisierung eruiert, erläutern in zwei Teilvorträgen, wie es zu dieser Austreibung der Natur kommen konnte, weshalb die Anhängerschaft dieses angeblich avancierten, urbanen und weltgewandten Exorzismus für das rationale Argument nicht mehr zugänglich ist, und was diesem Trend entgegenzuhalten ist.
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