September 2021

Austreibung der Natur. Zur Queer- und Transideologie der Gegenwart (Vorträge und Diskussion)

2021-09-16T19:08:19+02:00September 10th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vorträge und Diskussion mit Hannah Kassimi und Vojin Saša Vukadinović.

Freitag 17. September 2021, 19:00
im Garten des VL – Ludwigstraße 37, Halle/Saale

Was 1991 mit der Übersetzung von Judith Butlers nach wie vor als bahnbrechend geltender Abhandlung „Gender Trouble“ zunächst die deutschsprachige Debatte an den Universitäten prägte und von dort in den Kulturbetrieb wanderte, hat sich 30 Jahre später zum staatlichen wie zum gesellschaftspolitischen Arbeitsauftrag fortentwickelt: die „Vervielfältigung“ geschlechtlicher Identitäten zur „Subversion“ der „heterosexuellen Matrix“. Als repressive Instanz scheint letztere im aktivistischen wie im bürokratischen Imaginären (unter etwas aktuelleren Begriffen) umso präsenter, je offensichtlicher die gleichgeschlechtliche Ehe, „m/d/w“-Vermerke in Stellenausschreibungen, sprachmagische Appelle zur angeblichen „Sichtbarmachung“ randständiger Minderheiten allerorts an das Gegenteil erinnern – während zugleich mit rassistischem Nachdruck Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Kinderehen, sittsamkeitsbedingte Vollverschleierung und Zwangsverheiratungen zur „Kultur“ der „Anderen“ verklärt werden. Daran zeigt sich bereits, dass Butlers vermeintlich großer theoretischer Wurf gerade deshalb in Deutschland so wirkmächtig werden konnte, weil sich diese Gedanken nicht kritisch, sondern affirmativ zur Wirklichkeit verhalten.
Tatsächlich handelt es sich bei „Gender Trouble“ um ein Manifest akademisch aufbereiteter Biederkeit, um eine im Wortsinn lustlose Handreichung für das Gender-Spießertum, die es diesem erlaubt, einen „Ausschluss“ nach dem nächsten anzuprangern und dies bisweilen gar zum Geschäftsmodell zu machen. Indes prägt die Verlängerung von Butlers folgenreichstem Postulat, dass das biologische Geschlecht „konstruiert“ sei, heute nahezu jedes genderidentitätsideologische Postulat, jeden queertheoretischen Einfall und jede transaktivistische Forderung – mit fatalen Folgen vorrangig für Frauen, denn im Namen des „Fortschritts“ werden die feministischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte nun Schritt für Schritt angegangen.
Vojin Saša Vukadinović und Hannah Kassimi, Herausgeber und Autorin des Sammelbands Zugzwänge (Querverlag 2020), der die vorgenannten Probleme am Beispiel der Ignoranz gegenüber LGBT-Flüchtlingen und deren Instrumentalisierung eruiert, erläutern in zwei Teilvorträgen, wie es zu dieser Austreibung der Natur kommen konnte, weshalb die Anhängerschaft dieses angeblich avancierten, urbanen und weltgewandten Exorzismus für das rationale Argument nicht mehr zugänglich ist, und was diesem Trend entgegenzuhalten ist.

Juli 2021

Die Untiefen des Postkolonialismus. Buchvorstellung und Vortrag mit Jan Gerber

2021-09-10T11:12:40+02:00Juli 1st, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

22. Juli 2021, 19:00
VL, Ludwigstraße 37, Halle/Saale

Es ist noch nicht lange her, da konnte aus guten Gründen vermutet werden, dass die Erinnerung an den Holocaust eher zu- als abnehme. Diese Zeit scheint inzwischen vorbei zu sein. Dafür spricht nicht nur die deutliche Verbreiterung des rechten Randes, sondern auch die Leichtigkeit, mit der mindestens ein Teil der politischen Linken inzwischen von der Vorstellung der Präzedenzlosigkeit des Holocaust abrückt. Fast scheint es so, als würden die größten Herausforderungen für die Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden in Zukunft eher von links als von rechts kommen. Denn während die rechtskonservativen Versuche, den Holocaust zu relativiren, völlig zu Recht für große Empörung sorgen, sind die linken Anwürfe oft akzeptierter Bestandteil der Debattenkultur. Das gilt insbesondere, wenn sie, wie im Kontext der Mbembe-Debatte oder der Black-Lives-Matter-Proteste, im Namen des Postkolonialismus und eines zur Ideologie erstarrten Antirassismus formuliert werden. Im Rahmen des Vortrags soll dieser Entwicklung sowie den Hintergründen, Ursachen und Dynamiken der postkolonialen Auseinandersetzung mit dem Holocaust nachgegangen werden. Zugleich sollen die „Hallischen Jahrbücher“, deren erste Ausgabe den Untiefen des Postkolonialismus gewidmet ist, vorgestellt werden.

Jan Gerber ist Historiker, Politik- und Medienwissenschaftler sowie Mitherausgeber der „Hallischen Jahrbücher“.

Mit einer Einleitung der Veranstalter.
Eine Veranstaltung der AG Antifa

 

Mai 2021

Kundgebung in Halle: We stand with Israel (18.05.2021)

2021-05-17T23:08:20+02:00Mai 16th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Anlässlich der jüngsten antisemitischen und israelfeindlichen Manifestationen (z.B. am 13.05.2021 in Halle) ruft das Bündnis gegen Antisemitismus Halle zur Kundgebung unter dem Motto “We stand with Israel” am Dienstag, 18.05.2021 (18 Uhr) auf dem Rosa-Luxemburg-Platz (Halle) auf.

Dienstag, 18.05.2021
18:00 — 20:30
Rosa-Luxemburg-Platz (Halle)

Juli 2015

Juli 2012

Aufruf zur Demonstration: Insel fluten – Gegen den Volksmob, seine Apologeten und Aufstachler!

2021-01-18T18:43:57+01:00Juli 8th, 2012|Ankündigungen, Archiv|

Insel fluten – Gegen den Volksmob, seine Apologeten und Aufstachler!
Aufruf zur Demonstration in Insel am 8. Juli 2012

In Insel im nördlichen Sachsen-Anhalt finden sich seit letztem Sommer regelmäßig Dorfbewohner zusammen, um zwei Männer, die in den 1980er Jahren wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, aus dem Ort zu vertreiben. Zu diesem Zweck haben sie auch den Schulterschluss mit Neonazis geprobt. Ihre Forderungen fanden bei der Landesregierung, bei „Bild“ & Co. zumindest zeitweise Gehör. Anfang Juni versuchte ein 50-köpfiger Lynchmob, das Haus der beiden Männer zu stürmen. Er konnte nur durch vehementen Polizeieinsatz davon abgehalten werden. Die Demonstration „Insel fluten!“ richtet sich weniger gegen die Beteiligung von Neonazis am Protest, sondern gegen die ganz gewöhnliche Lynchmeute vor Ort, gegen die Zugeständnisse der Landesregierung an den Dorfmob und die Hetzkampagne von „Bild“ & Co.

FÜR DIE CHANCE AUF RESOZIALISIERUNG! FREIE WOHNORTWAHL FÜR ALLE!

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