Juni 2022

Der Intellektuelle als Unruhestifter. Wolfgang Pohrt – Eine Biographie

2022-06-23T11:59:06+02:00Juni 10th, 2022|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Buchvorstellung und Diskussion mit Klaus Bittermann

Donnerstag, 23. Juni 2022, 18:30 Uhr
HS XX, Melanchthonianum (Universitätsplatz 9, Halle)
https://fb.me/e/36WYxbSqB
 

Als Anfang der achtziger Jahre Wolfgang Pohrt die öffentliche Bühne betrat, wurde den Lesern schnell klar, dass da jemand einen neuen Ton anschlug. Pohrt verstand es, seine Thesen mit großer Schärfe, Klugheit und Eleganz zu formulieren. Seine Kritik an den Grünen und der Friedensbewegung ist legendär, vor allem, seit diese nationale Töne anschlugen und die Nation nicht mehr abschaffen, sondern retten wollten. In der Biographie wird daran erinnert, dass die Linke in Deutschland zwar versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, man kann sagen, dass ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Fehler und Eigenarten angenommen und damit die Mythenbildung erschwert hat. Mit seiner großen Massenbewusstseinsstudie der Deutschen und dem Konkret-Kongress 1993 kündigte sich sein Abschied an, aber noch heute macht sich sein Einfluss bemerkbar, als ob seine Gedanken wie ein schwacher unterirdischer Strom immer wieder einen Nerv treffen und eine Reaktion erzeugen.

Klaus Bittermann, Verleger der Tiamat Edition und Autor, hat die Biographie „Der Intellektuelle als Unruhestifter“ über Wolfgang Pohrt verfasst. In der Buchvorstellung spricht Klaus Bittermann über den Einfluss Pohrts auf die Debatten in den 70er, 80er und 90er Jahre sowie über seinen politischen Werdegang und seine Motive.

 

𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗚 𝗔𝗻𝘁𝗶𝗳𝗮
antifa.uni-halle.de

Mai 2022

Buchvorstellung und Diskussion mit Uli Krug

2022-06-11T03:01:17+02:00Mai 23rd, 2022|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Freitag, 10. Juni 2022, 19:00
HSXX, Melanchthonianum (Universitätsplatz 9, Halle)
https://fb.me/e/3cvzlfKwc

Krankheit als Kränkung.
Narzissmus und Ignoranz in pandemischen Zeiten.

Sars-CoV2 hat sich in vielerlei Hinsicht als Virus der Wahrheit entpuppt: Die Covid-19-Pandemie riss den Schleier von den Bedingungen der lokalen Billigproduktion, machte klar, dass die elenden Lebensbedingungen an den Ausgangspunkten der sogenannten globalen Wertschöpfungsketten nicht für ewig abgetrennt von denen an den Endpunkten bleiben: Das Abgedrängte kehrt dorthin per Tröpfcheninfektion zurück, die Realität bricht per Zoonose ein in die postmoderne Wunschwelt. Auch hier enthüllt das Virus etwas – den maroden Zustand der öffentlichen Daseinsfürsorge zum einen, zum anderen aber, wie sehr sich Denken und Wahrnehmung bei vielen von eben jener Realität abgekoppelt haben, die in Form von Covid-19 mit Macht in den Alltag einbrach: Die Krankheit stört das Weltbild von Neoliberalen, Wohlstandschauvinisten, Nazis, Islamisten, Esoterikern, sogenannten Kulturschaffenden und Stammtischrevolutionären.
Wie die Pandemie entstand und warum sie Vorläufer besitzt und auch garantiert Nachfolger findet, ist ebenso Thema der Buchvorstellung von Uli Krug, wie die Ursachen dafür, dass eben diese Pandemie so heftig geleugnet und bagatellisiert wird.

Uli Krug (Berlin) ist freier Autor, gehört zum Herausgeberkreis der Jungle World und arbeitet mit an den Hallischen Jahrbüchern.

Dokumentation der Vorträge und Reaktionen

2022-06-07T09:58:18+02:00Mai 16th, 2022|Allgemein, Archiv, Texte|

Die Bonjour Tristesse hat eine Sonderausgabe herausgebracht, in der die von uns organisierten Vorträge zum Transaktivismus dokumentiert wurden, zusammen mit Texten, die sich mit den Reaktionen darauf befassen. Bereits die Ankündigung der Vorträge hat die hiesigen Vertreter der darin kritisierten Szene in helle Aufregung versetzt. Es folgte ein bunter Blumenstrauß aus woken Floskeln, plumpen Lügen und Gewaltandrohungen, die gegen unsere Gruppe, die Referenten und die Besucher der Vorträge gerichtet waren. Schließlich brachte sogar eine linke Mehrheit einen Auflösungsantrag gegen den AK Antifa im StuRa Uni Halle ein. Der wurde zwar vorerst abgewendet, allerdings läuft derzeit ein sogenanntes Mediationsverfahren, das sich weiter mit den Vorwürfen befasst.
Wem daran gelegen ist, selbst nachzulesen, wie die Kritik der Referenten lautete, anstatt die schablonenhaften Halbwahrheiten zu übernehmen, die darüber im Umlauf sind, dem wünschen wir viel Spaß beim Lesen des Heftes.

Das Heft liegt an den bekannten Orten in Halle und Leipzig aus,
im PDF-Format findet ihr es hier: Download [PDF]

 

1. Dokumentation der Vorträge von Hannah Kassimi und Vojin Saša Vukadinović (17.09.2021): Austreibung der Natur. Zur Queer- und Transideologie der Gegenwart.

Der Exorzismus der Andersdenkenden. Judith Butler und die Folgen.

Von Transexualität zu Transgender. Über die Konsequenzen eines begrifflichen Wandels.

 

2. Dokumentation der Vortragsveranstaltung (14.10.2021):
Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Verwertung. Zum queertheoretischen Aktivismus.

Self-ID und Penisfetisch. Über frauen-, schwulen- und lesbenfeindliche Tendenzen im Queerfeminismus.

Der Triumph der Gleichheit. Vom Verschwinden der Geschlechter.

Februar 2022

Russland führt Krieg. Der neue Imperialismus.

2022-02-25T21:11:13+01:00Februar 25th, 2022|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion
 
Donnerstag, 3. März 2022, 19:00
Melanchthonianum, HS XX (Uniplatz Halle)
fb.me/e/1BQlq9vNe
 
Am Morgen des 24. Februar trat ein, was seit Wochen vorherzusehen war: Russland führt Krieg, Putins Truppen fielen in die Ukraine ein. Bei der Begründung dieser Aggression gab sich Moskau noch nicht einmal Mühe. Denn dass die russische Minderheit in der Ukraine von einem Genozid bedroht sei oder die Ukraine Russland angreifen wolle, wie im russischen Staatsfernsehen behauptet, glaubt man selbst im Kreml nicht. Im Westen brachte man Putin dagegen bei aller Kritik lange Zeit entweder Verständnis entgegen oder man bot ihm in völliger Verkennung der Dinge, um die es in diesem Konflikt geht, Zugeständnisse an. Da man sich nur bedingt mit den Traditionen und Funktionsweisen des modernen Russlands auseinandergesetzt hat, konnte man sich auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Moskau tatsächlich an einem Krieg gelegen ist. Umso aufgeregter und panischer reagiert man nun, wo die russischen Panzer längst in der Ukraine stehen.
Im Vortrag soll es um beides gehen. Es soll gezeigt werden, dass im neuen russischen Imperialismus drei Dynamiken aufeinandertreffen: Soziale Probleme, die imperialen Traditionen, die sich aus dem Zarenreich über die Zwischenkriegszeit und den Kalten Krieg ins 21. Jahrhundert verlängern, und ein ganz besonderes Verhältnis von politischer und ökonomischer Macht. Vor allem aber soll gezeigt werden, warum es derzeit neben dem Abzug der russischen Truppen nur eine Forderung geben kann: Waffen für die Ukraine!
 
Eine Veranstaltung der AG Antifa
antifa.uni-halle.de

 

November 2021

20 years war on terror. Hat der Westen den Kampf verloren?

2021-11-25T12:03:17+01:00November 25th, 2021|Ankündigungen, Veranstaltungen|

Vortrag und Diskussion mit Sören Pünjer

Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19 Uhr
Melanchthonianum, Uniplatz Halle
https://fb.me/e/3GOOyoxEr

 
Zwanzig Jahre nach 9/11 sind die Taliban zurück an der Macht und es drängt sich die Frage auf, ob die Geschehnisse der letzten zwei Jahrzehnte für den Westen letztlich nur Teil eines selbstverschuldeten Nullsummenspiels namens War on Terror waren. Die Beantwortung dieser Frage setzt nicht nur voraus, den Unterschied zwischen der Operation Enduring Freedom und der Operation Iraqi Freedom zur Kenntnis zu nehmen. Sie setzt voraus, zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zum einen China als den antiwestlichen Global Player zu begreifen und zum anderen einer kulturell-hegemonialen antibürgerlichen Stimmung im Westen gewahr zu werden, die sich seit 9/11 immens verstärkt hat und die objektive Tendenz eines nicht mehr an sich selbst glaubenden Westens immens befördert.
Erst vor diesem Hintergrund lässt sich darüber befinden, wie es sein konnte, dass sich Afghanistan nach dem Sturz der Taliban 2001 ausgerechnet eine islamische Republik nennen konnte und sich niemand daran störte; ob es ohne den Sturz Saddam Husseins in der Folge von 9/11 überhaupt einen sogenannten Arabischen Frühling gegeben hätte; wie es sein kann, dass bitter nötiges Nation Building nicht nur in Afghanistan mit einem antinationalen Hass im Westen konfrontiert ist, der die Idee einer immer nur nationalstaatlich zu garantierenden Herrschaft des Rechts (Rule of Law) insbesondere dadurch bekämpft, dass die Flucht aus elenden Verhältnissen gen Westen zur einzig emanzipativen Tat moralisch hochgejubelt und der Einsatz für nationale Befreiung vor Ort als quasi-reaktionär verächtlich gemacht wird; ob die Taliban nicht Dhijadisten alten Typs und die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) nicht den eines längst bedrohlicheren neuen internationalistischen Typs verkörpern, der es derzeit insbesondere auf das Abschlachten der Christenheit in Subsahara-Afrika abgesehen hat.
 
Sören Pünjer ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.
 
Es gilt die 3G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht. 
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